Das neuen 5-Sterne Hotel Kempinski Palace Engelberg Titlis.

Kempinski Palace
Engelberg

Kempinski Palace Engelberg

Es ist ein in jeder Beziehung einzigartiges Projekt. Von der Idee über die Planung und Entwicklung bis hin zur Ausführung hat Eberli den Bau des ersten 5-Sterne-Hotels in Engelberg massgeblich geprägt. Auch Rückschläge und Verzögerungen konnten dieses Leuchtturmprojekt nicht bremsen.

Viele haben es versucht. Unzählige Projekte wurden gewälzt, um dann in irgendeiner Schublade zu verschwinden. Dabei waren die Grundvoraussetzungen für die Realisierung eines Hotels auf dem Areal des Kurparks in Engelberg aus raumplanerischer Sicht und gemäss geltendem Baureglement gegeben. Aber irgendwie bissen sich dann alle die Zähne aus, wenn es darum ging, Nägel mit Köpfen zu machen. Auch die Eberli AG musste Lehrgeld bezahlen. Denn das im Jahre 2007 im Rahmen eines Architekturwettbewerbs erkorene Siegerprojekt hatte mit Akzeptanzproblemen zu kämpfen. Unter solchen Voraussetzungen haben andere Projektinitianten jeweils das Handtuch geworfen. Nicht so das Sarner Unternehmen. Es hatte die Dringlichkeit eines 5-Sterne-Hotels in Engelberg längst erkannt und die Realisierungsmöglichkeit als grosse Chance eingestuft. Die Initianten des Engelberger Projekts, die bereits auf Melchsee-Frutt mit der frutt Lodge & Spa in den Hotelbau eingestiegen waren, brauchten hier allerdings mehr Geduld und Durchhaltevermögen. Genau elf Jahre verstrichen vom Planungsbeginn bis zum Spatenstich am 4. April 2016. Mit an Bord bei der Eberli AG war mittlerweile Yunfeng Gao als Investor. «Mit dem Spatenstich erfolgt nicht nur der offizielle Baustart. Mit diesem Tag erfüllt sich für mich ein seit Jahren gehegter Wunsch, hier in Engelberg, an dieser einmaligen Lage am Kurpark, ein Hotel zu realisieren», liess sich der Investor von den Medien zitieren. Von Toni Bucher als treibender Kraft hinter dem Engelberger 5-Sterne-Hotelprojekt war ganz viel Durchhaltewillen gefragt. Hinzu kam, dass Yunfeng Gao klare Vorstellungen vom zukünftigen Hotel hatte. Das Haus sollte, wie er beim Spatenstich ausführte, «an die einst glanzvolle Zeit der Belle Epoque anknüpfen. Ich bin überzeugt, dass wir hier etwas Schönes und Einmaliges realisieren, auf das die Engelberger Bevölkerung ebenso stolz sein soll, wie ich es bin. Die hier in Engelberg früher gelebte Hoteltradition wollen wir wieder aufleben lassen.» Andere Investoren hätten in dieser Situation die vielen Einsprachen und die damit verbundenen Verzögerungen des Baustarts hinterfragt. Nicht so Yunfeng Gao. Ihm war klar, welche Verantwortung er mit diesem Projekt als Bauherr gegenüber Engelberg, aber auch gegenüber dem ganzen Kanton Obwalden, übernommen hatte. Dass später in den Medien von einem Leuchtturmprojekt mit Ausstrahlung über die Innerschweiz hinaus die Rede war, erfüllte ihn mit Stolz.

Unkonventionelle Lösungen
Zugegeben, die Zielsetzungen für die Realisierung des ersten Hotels im 5-Sterne-Segment im Klosterdorf waren von Anfang an ehrgeizig. Wer, wie die Eberli AG, im Baugewerbe tätig ist, weiss, dass man immer mit Unvorhergesehenem rechnen muss. Erst recht, wenn man, wie im Falle des neuen Hotels, das Parking für 140 Fahrzeuge zwei Etagen tief unter dem gewachsenen Terrain versorgen muss. Denn hier zeigten sich die Spuren des Bergsturzes vor 15 000 Jahren. Wasserleitfähige Kiesschichten wechselten sich innerhalb weniger Meter mit wasserstauenden Lehmschichten ab. Wurde eine solche Lehmschicht perforiert, fand das Grundwasser rasch neue Wege an die Oberfläche. Ein ausgeklügeltes System mit Rückgabebrunnen musste zur Aufrechterhaltung des ganzen Grundwasserhaushalts installiert werden. Unkonventionelle Lösungen waren gefragt, die in keinem Lehrbuch zu finden sind. Als Ingenieur grundsätzlich technikinteressiert, liess es sich Bauherr Yunfeng Gao nicht nehmen, sich vor Ort das raffinierte System erklären zu lassen. Das praxiserprobte Team der Eberli AG machte schliesslich das Unmögliche möglich. Noch heute staunt man in Engelberg darüber, dass keines der Gebäude in der näheren und weiteren Nachbarschaft im Zuge der Grundwasserprobleme auch nur den kleinsten Schaden genommen hat. Auch der historische Kursaal blieb ebenso intakt wie das in den Neubau integrierte Jugendstilhotel Europäischer Hof aus dem Jahre 1905. Dass beide Objekte unter Denkmalschutz stehen, war eine zusätzliche Herausforderung.

Touristischer Quantensprung
Nach Abschluss des Tiefbaus ging alles sehr schnell. In Etappen wurde der Hochbau erstellt. Eine weitere Herausforderung war das Überbrückungsbauwerk, das über dem Kursaal den historischen Hotelteil mit dem neunen historischen Hotelteil mit dem neunen Hotelteil verbindet. Die Baufortschritte waren fast täglich sicht- und erlebbar. Auch die letzten Skeptiker sahen nun, dass der Destination Engelberg mit dem neuen Hotel ein touristischer Quantensprung bevorstand. Mit der Entfernung des ersten Teils des Baugerüsts noch vor Weihnachten 2019 wurde erstmals der Blick auf die Fassade des neuen Hotelteils freigegeben. Was zuvor lediglich anhand von Visualisierungen erahnt werden konnte, bestätigte sich nun: Der neue Hotelkomplex präsentierte sich zusammen mit dem Jugendstilhotel Europäischer Hof als städtebauliche, architektonische und nicht zuletzt auch betriebliche Einheit. Die klassische Gliederung in Sockel, Mittelbau und Dach führt eine Bautradition fort, die man unter anderem bei den Luzerner Belle-Epoque-Hotels um 1900 findet. Eberli hat ihre jahrlange Erfahrung im Bau grosser Gebäudekomplexe in die Waagschale geworfen. Wenn heute das neue Engelberger Hotelensemble im Zuge seiner Fertigstellung mit jedem Tag feingliedriger erscheint, ist das nicht zuletzt der Detailversessenheit der Eberli-Gesamtbauleitung zu verdanken.

Glaube an das Projekt nie verloren
Von den ersten Planungsstrichen bis zur schlüsselfertigen Übergabe des Baus sind sämtliche Fäden bei Eberli zusammengelaufen. Wenn mit der Eröffnung in Engelberg eine neue touristische Zeitrechnung beginnt, können alle am Projekt beteiligten Unternehmen
und Partner mit Stolz auf das Geleistete zurückblicken. Wo, wenn nicht bei diesem Projekt, trifft die Redewendung «Gut Ding will Weile haben» zu hundert Prozent zu. Es gab grosse, aber auch kleinere Rückschläge zu verkraften. Bei Eberli hat man den Glauben an dieses für Engelberg so wichtige Projekt nie verloren. Während der ganzen Bauzeit wurde der Bauherr detailliert über jeden Schritt informiert. Yunfeng Gao hat beim Spatenstich nicht zu viel versprochen, hier etwas Einmaliges zu schaffen. Die Begeisterung, hier ein Mehrgenerationenprojekt zu realisieren, ist auf die vielen am Bau beteiligten Unternehmen übergesprungen. Sie haben alle am gleichen Strick gezogen. So ist das erste 5-Sterne-Hotel in Engelberg entstanden. Der Bau hat der Engelberger und gar der Zentralschweizer Wirtschaft Schub verliehen. Mit der Eröffnung wird er noch zulegen. Engelberg erhält auf einen Schlag hundert neue Arbeitsplätze. Die Erfahrungen aus ähnlichen Hotelprojekten in der Zentralschweiz haben gezeigt, dass auf drei Hotelarbeitsplätze ein zusätzlicher Arbeitsplatz ausserhalb des Hotels entsteht. «Lebensräume gestalten. Entwickeln. Bauen. Erneuern.»: Der Eberli-Leitgedanke wurde hier voll umgesetzt. Das neue Flaggschiff der Engelberger Hotellerie verfügt über 129 Zimmer, Bankett- und Seminarräume, einen Spa- und Wellnessbereich der Spitzenklasse sowie eine gehobene Gastronomie.

Dieter Vohl ist Projektleiter der Eberli AG.
Dieter Vohl
Gesamtprojektleiter / Bauherrenvertretung